Ritterschaft

Die Ritterschaft der Akademischen Reitkunst vereint Menschen, die eine tiefe Leidenschaft für Pferde und das Reiten teilen und sich durch sorgfältig erlangte Fähigkeiten in der Akademischen Reitkunst auszeichnen. Als internationale Gemeinschaft sieht sie ihre Hauptziele in Forschung, Bildung und im regen Austausch von Wissen und Erfahrung. 

Mitgliedschaft, Status & Stimmrecht

Über die Empfehlung eines bestehenden Mitgliedes der Ritterschaft der Akademischen Reitkunst erfolgt das Ablegen der Bodenarbeit-/Longenprüfung mit einem bis auf dieses Niveau selbstausgebildeten Pferdes. Mit dem Ablegen der Wappenträger-/Squire‑Prüfung kann der/die Absolvent/in sich am Round Table anlässlich der Sommer Akademie vorstellen und wird, wenn kein Einspruch erfolgt Mitglied der Ritterschaft.

Sommerakademie & Round Table

Die Sommer Akademie ist das jährliche Treffen mit Vorträgen, Trainingseinblicken, Brain‑Pool‑Arbeit und dem Round Table of the Year, bei dem unter anderem die Aufnahmen neuer Mitglieder, Abstimmungen und Regel‑Updates stattfinden.

Aktives Mitglied:

Wappenträger und Ritter dürfen am Round Table sprechen und abstimmen, so lange sie ihren Status alle 5 Jahre durch das Ablegen einer nächst höherer Prüfung oder Wiederholen aktualisieren. Es gibt die Möglichkeit zur Dispens für je 1 Jahr, max. 5‑Mal in Folge, wenn sie rechtzeitig am Round Table beantragt und begründet wird.


Passives Mitglied:

Wer die 5‑Jahres‑Regel ohne Dispens nicht erfüllt, bleibt Mitglied, darf sprechen, hat aber kein Stimmrecht. Eine Reaktivierung ist jederzeit durch erneute Squire‑, Knight‑ oder Ring‑Prüfung möglich.

Prüfungen in der Akademischen Reitkunst

Die Prüfungen innerhalb der Ritterschaft sind Teil des Ausbildungsprogrammes und dienen als Nachweis von Wissen und Können zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie stellen hohe Anforderungen, bis hin zu den schwierigsten Lektionen. Mitglieder sollen die Ziele der Ritterschaft unterstützen, sich als Reiter und Ausbilder weiterentwickeln und die notwendige Forschung fördern. Eine einzelne Prüfung reicht nicht zur Beurteilung aus, daher muss die aktive Mitgliedschaft alle fünf Jahre erneuert werden.

Boden-Longenprüfung/Groundwork Lungeing test 

Eingangstest auf Empfehlung eines Mitgliedes der Ritterschaft der Akademischen Reitkunst. Es besteht noch keine Mitgliedschaft für den/die Absolvent/in. Das selbst ausgebildete Prüfungspferd muss mindesten 5 Jahre alt sein.

Wappenträger/Squire

Der Schwerpunkt liegt auf dem Sitz als Primärhilfe. Das Prüfungspferd muss mindestens 7 Jahre alt sein und durch den/die Absolvent/in selbst ausgebildet werden. Nach bestandener Prüfung muss sich der/die Absolvent/in am Round Table anlässlich der Sommer Akademie vorstellen und wird, wenn kein Einspruch erfolgt Mitglied der Ritterschaft.  

Ritterprüfung/Knight Examination

Praktischer Teil
Der erste Teil ist eine gerittene Prüfung, die einhändig absolviert werden muss. Hier zeigt der/die Absolvent/in sein/ihr Können im Sattel und demonstriert die Harmonie zwischen Reiter und Pferd.

Theoretischer Teil
Der zweite Teil basiert auf den Lehren und Schriften von Bent Branderup, Guérinière und Steinbrecht. Auf dieser Grundlage soll der/die Absolvent/in 

 sowohl die eigenen Stärken und Schwächen als auch die des Pferdes einschätzen können. Schwächen im praktischen Teil können dabei durch fundierte, theoretische Kenntnisse ausgeglichen werden.


Goldene Ringe/Gold Ring Examination

Einzeldisziplinen (Reihenfolge beginnt mit Beugung der Hanken (muss zwingend vor der Ritterprüfung absolviert werden), dann Piaffe & Passage, Schulgalopp, Levade, Terre à Terre/Mezair, Schulen über der Erde). Passive Mitglieder, die einen Ring ablegen wollen, müssen zuvor das Basiskönnen erneut nachweisen. Das Mindestalter des Pferdes für Prüfungen, welche höher sind als der Wappenträger ist 10 Jahre.  

Meister/Master 

Ein Ritter, der alle Goldring-Prüfungen bestanden hat, kann zur Meisterprüfung der Akademischen Reitkunst antreten.
 
Theoretischer Teil
Öffentlicher Vortrag (30 Minuten) zu einem selbst gewählten, relevanten Thema.

Praktischer Teil
Kür mit Musik, die alle Elemente der Ritterprüfung sowie die ersten drei Goldringe (Beugung der Hanken, Piaffe & Passage und Schulgalopp) enthält. 
 
Der Titel „Master“ wird nach Bestehen auf Lebenszeit verliehen.